Große und kleine Elefanten ... Februar 2003
Große und kleine Elefanten am Nürburgring

Am letzten Februarwochenende machten sich weit über 2.000 Motorradfahrer auf den Weg zum nunmehr 14. Wintertreffen auf dem [offiziellen] Campingplatz am Nürburgring "Camping am Nürburgring". Strahlender Sonnenschein, knackige Kälte und freie Straßen, genau das passende Wetter, um mit einem Bierchen am prasselnden Lagerfeuer zu sitzen und neue Freundschaften zu schließen.

Aber bevor der gemütliche Teil
eingeläutet wird, gibt es immer viel zu tun, sei es nun das Zelt aufzubauen, Holz zu besorgen oder den Grill anzuwerfen. Ganz wichtig ist es natürlich, die Runde über den weitläufigen Platz zu machen, ob per Pedes, Motorrad, Gespann oder Quad. Denn auf keinen Fall darf man sich die Kuriositäten an Eigenbauten entgehen lassen: Die Zinkbadewanne oder der Autoscooter als Beiwagen, das selbstgebaute Trike mit integrierter Bierzapfanlage, Russengespanne mit Automotoren, römische Streitwagen. Die deutschen TÜV-Prüfer würden sich angesichts dieser Modelle wohl die Haare raufen, aber die meisten dieser ideenreichen Eigenbauten schmückt ein niederländisches Kennzeichen.
Große Familie
Neben gucken und klönen kann man sich auch an diversen Bikerspielen beteiligen, welche Kraft, Teamgeist und Geschicklichkeit erfordern. Den Geländefreaks - erkennbar an dem charmanten Schlamm-Outfit - steht tagsüber die Crossstrecke zur Verfügung. Langeweile - beim Elefantentreffen ein Fremdwort. Ralf Petervari hat mit seinem E-Team, welches die Veranstaltung nun im dritten Jahr organisiert, alles gut im Griff. Trotz zuweilen reichlichen Genusses geistiger Getränke seitens der Teilnehmer, lief alles sehr zivilisiert ab. Ein Grund dafür mag auch sein, dass die Biker in die ruhigeren Jahre gekommen sind. Viele reisen mit ihrem Nachwuchs an. Für die Kids ist das toll - drei Tage Abenteuerspielplatz. "Allmählich scheint sich das Elefantentreffen zu einer Veranstaltung für die ganze Familie zu entwickeln. Damit unterscheiden wir uns deutlich von den anderen Treffen, freut sich Ralf Petervari. Der Großvater sahnt den Pokal als ältester Teilnehmer ab, Papa sackt den Preis für den schönsten Eigenbau ein, die Kids bekommen alle einen Preis, damit auch keines traurig ist und Mama klönt mit anderen Motorradfahrerinnen.
Stiller Moment
Am Samstagabend nach der Preisverleihung wurde es für einige Minuten still auf dem Platz. Mit Tränen erstickter Stimme verlas Henning Wiekhorst die diesmal lange Liste der verstorbenen MotorradfahrerInnen. Ein immer wieder ergreifender Augenblick mit mystischem Gänsehaut-Charakter. Anschließend setzten sich Hunderte von Motorrädern und Gespannen in Bewegung, die Beifahrer mit Fackeln bewaffnet um im Verbund eine große Gedenkrunde über den Platz zu drehen. Ein ganz besonderes Erlebnis für Augen und Ohren. Der einzige Wermutstropfen für den Veranstalter waren die zahlreichen Autos. Na wenn das alles ist!? Ein Wunder war die Boss Hoss auf dem verschneiten und vereisten Campground. Wie die wohl dahin kam? Nicht jeder mag zelten und mietet vielleicht lieber einen Wohnwagen auf dem Platz. Und nicht jeder traut sich mit seiner Fuhre ins ewige Eis oder hat noch ein wintertaugliches Zwei- oder Dreirad in der Garage.Wir meinen: "Dabei sein ist alles". Weitere Infos sowie den Termin für das E-Treffen 2004 erhaltet Ihr unter www.alteselefantentreffen.de
Ken, bikerSZENE