Altes Elefantentreffen am Nürburgring april 2002
Was gehört zu einem richtigen Wintertreffen?
Schnee natürlich! So schüttelte Frau Holle am letzten Februarwochenende zum 13. Treffen Ihre Federn aus. Und es wart weiß auf dem Campingplatz am Nürburgring in der Eifel. Wie jedes Jahr, fragen wir uns auch jetzt wieder, warum wir uns das antun: Beißende Kälte, mittlerer Schneesturm und bis zu den Knien im Matsch!?

Sobald wir uns an die Unbilden der Witterung gewöhnt haben, konstatieren wir - wie jedes Jahr - dass dieses Treffen einzigartig, spaßig und verrückt ist. Dick vermummt prischen wir, Wind und Wetter trotzend, über den weitläufigen Platz von Lagerfeuer zu Lagerfeuer, treffen alte Bekannte und lernen neue Leute kennen. Genaug gequatscht, wir stapfen weiter durch Matsch und Schnee zur SuperCross-RennStrecke. Zwei Schlamm-Monster verlassen gerade das Gelände. Nichts mehr los für Voyeure? Na, macht nichts! Dann gehen wir eben zu den Biker-Spielen. Ein Ural-Gespannfahrer gibt uns einen Lift zur Spielwiese. Auf diesem Treffen werden gestandene Männer wieder zu Kindern, die Freude daran haben, sich mal richtig einzuferkeln. "Jetzt bin ich eh schon dreckig", ruftein großer Kerl und kämpft sich mit einem festen Gummi um den wohlgenährten Bauch mit seinem Staffelstab zur Ziellinie, schafft's und landet mit dem Gesicht im Matsch. Die Umstehenden brechen in Jubel aus, klopfen dem glorreichen Bezwinger des Gummis auf die Schultern. Wir jubeln mit und machen schon mal Platz für die beiden dreiköpfigen Teams die beim Skirennen auf Holzbrettern mit Fußschlaufen gegeneinander antreten. Einige stimmen die französische Nationalhymne an und ab geht's. Fast gleichzeitig erreichen die Kontrahenten die Ziellinie und landen mit der Nase im Dreck. Erneuter Jubel bricht aus. Am Samstagabend ist es dann wieder soweit. Mit Tränen erstickter Stimme verliest Henning Wiekhorst, eigens aus seiner Wahlheimat Hongkong angereist, wieder die Namen der verstorbenen Motorradfreunde. Stille. Alle halten den Atem an. Man kann ein Nadel fallen hören. Auch uns läuft ein Schauer über den Rücken. Nach der Gedenkminute startet die Fackelfahrt über das Gelände. Mit einem Feuerwerk wird der Abend beschlossen und wir gesellen uns noch zu Freunden an das knisternde, wärmende Lagerfeuer. Man muss nicht zwingend mit einem Gespann oder dem Motorrad anreisen um im Zelt übernachten, um die einzigartige Atmosphäre zu genießen, aber es hilft. Wer meint, latent an Rheuma zu leiden, kann sich auch in einem Wohnwagen auf dem Platz oder in einer der umliegenden Pensionen einmieten. Wir sehen uns beim Treffen im Februar 2003!

Fotos: Altes Elefantentreffen 2003

Ken, bikerSZENE